Was wäre wenn?

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Vorige Woche fragte ich meine Mutti, was denn wäre, wenn ich nach der 10. Klasse aufhören würde. 
Was wäre denn, wenn ich eine richtig geniale Idee hätte? 
Einen Traum, der in meinem Kopf eigentlich nur ein Traum sein sollte. Und auch nur so von mir angesehen wird. Vergraben in der hintersten Schublade, die ab und zu aber trotzdem geöffnet werden will. 
Ein Traum, der ab und zu immer mal überdacht wird.
Rein hypothetisch natürlich. 
Was wäre denn, wenn ich den Traum davon hätte, selbstständig zu werden? 
Wenn ich statt meines geplanten Studiums doch lieber ein Café in meiner Stadt aufmachen würde? Den Kaffeegeruch in der Nase und ein Lächeln auf den Lippen - mich verwirklichen. 
So ganz spontan und ungeplant. Einfach einem Traum gefolgt. 
Was wäre dann?

Als ich letztens einem Bekannten erzählt habe, dass einige meiner Freunde nach der 10.Klasse die Schule verlassen möchten um dann eine Ausbildung anzufangen, bekam ich zunächst nur ein „Aber du machst schon Abi?“ zurück. Helloooo? Ich würde sagen, dass das absolut meine Sache ist. Ich muss mich weder rechtfertigen, noch der ganzen Welt erzählen, was denn mein Plan für später ist.
Denn das weiß ich selbst gerade gar nicht.
Ich besuche ein Gymnasium und habe vor, mein Abi zu machen. Aber ab und zu spekuliere ich gerne darüber, was denn wäre, wenn ich einen anderen Weg einschlagen würde. Abweichend von dem, was erwartet wird. 
Ich meine, ich habe das Ziel Abi zu machen und zu studieren. Es ist mein Ziel. Meine Intention. Und vielleicht später einmal die Grundlage für meinen Beruf. Vielleicht. Abgesehen davon, ist es so wie es jetzt ist, ganz schön. Und ich könnte mir nicht vorstellen, nächstes Jahr meine Schule zu verlassen. 
Aber was wäre wenn? 
Was wäre, wenn ich meinen Traum in die Realität umsetzen möchte?



Schwierig, so als Minderjährige.  

„Komm, wir machen uns selbstständig.“, warf ich ihr entgegen, als wir beide im Träumen der Selbstständigkeit schwelgten. „Ach, als was denn? Jeden Monat schauen, dass man das nötige Geld erwirtschaftet. Das wäre nichts für mich.“

Meine Mutti ist gegen Selbstständigkeit. Also sie für sich selbst. Die Angst, das monatliche Geld nicht zu erwirtschaften, überwiegt. Respekt vor denen, die das immer wieder meistern. Ich glaube, Selbstständigkeit wäre auch nichts für mich. Ich bin zwar so jemand, der alles am liebsten selber macht, aber nicht umsonst heißt meine Mama „Katastrophenelli“ und nicht umsonst bin ich ihre Tochter.

Ich träume gerne von Geschäftsideen. Ich liebe es, kreativ zu sein, Ideen zu entwickeln oder anderen bei der Verwirklichung ihrer Träume zuzuschauen. Ich bin noch lange nicht 18, weshalb ich nicht mal in geringster Weise einen Plan davon habe, wie ich das alles machen müsste. Also den Geldkram. 
Vielleicht ist das auch zu früh darüber nachzudenken. Aber so bin ich nunmal, ich plane halt gerne. 

Wie viel müsste ich für einen Kaffee kassieren? 
Wie viel darf ich monatlich ausgeben? 
Wie miete ich ein Lokal? 
Und wo bekomme ich das Geld her?
„Ein Gründerdarlehen. Ein Kredit für Menschen, die etwas gründen wollen.“, antwortete meine Mutti trocken darauf. Okay, wieder etwas gelernt. 
Aber abgesehen von dem fehlenden Geld, würde mir das nötige Wissen fehlen. 
Und umso länger ich darüber nachdenke, merke ich, wie viel mir noch fehlt. Ich habe noch viele Fragen zum späteren Leben. Und nicht nur solche wirtschaftlichen Sachen, sondern auch so grundsätzliche Sachen. 
Was kostet eine Haftpflichtversicherung? 
Eine Hausratsversicherung? 
Und wo mache ich die? 
Keine Ahnung, ob das Sache der Schule ist uns so etwas beizubringen. 
Mich beschäftigt das, weil ich nächstes Jahr die 10. Klasse abschließe. Und ich, rein theoretisch, die Schule verlassen könnte um eine Ausbildung anzufangen. Krass. 10 Jahre Schule, und dann? 
Das Leben.
Das ist nicht mein Plan, aber ich könnte es machen. 
Das, wofür ich Erwachsene immer bewundert habe. Das, wo ich hinaufgeschaut habe. Und ich immer „Ich kann’s kaum erwarten, erwachsen zu werden!“ gedacht habe. „Endlich das machen, worauf ich Lust habe.“
Nur da wusste ich noch nichts von Verpflichtungen, die, sobald ich die Schule verlasse, auf mich zukommen werden. Und das wüsste ich nicht einmal, wenn ich nicht gefragt hätte.
Und ich merke: Ich habe keinen Plan von all dem. Vom Geschäft machen. Von Mietkosten. Von Versicherungen. 

Könnte ich da ein Lokal einfach so eröffnen?
Was müsste ich für eine Ausbildung machen? 
Wo bekomme ich genügend Geld her?
Okay, ich könnte die Schule nach der 10. Klasse beenden und einfach eine Ausbildung machen, in der ich im ersten Lehrjahr gut verdiene. Ich könnte mir dadurch einen guten Standart bieten.
Aber der Rest?
Ich weiß dann trotzdem nicht, wie der restliche Kram geht. 
Und jetzt nochmal zu meiner Frage: Ist es Sache des Elternhauses uns so etwas beizubringen oder doch Sache der Schule? Jeder schlägt schließlich einen anderen Weg ein, ist es da überhaupt möglich eine ganze Klasse auf ein Leben vorzubereiten, das jedoch jeder anders lebt?
Ich weiß es nicht. 
Meine Idee kommt erstmal zurück in ihre Schublade. Zu den zahlreichen anderen Schubladen, die von mir jederzeit wieder geöffnet werden können. Auslandjahr und so…
Und die elende Frage „Aber du machst schon…?“ kommt am besten gleich ganz weg. 









Kommentare:

  1. Ein wundervoller Beitrag! *-* Ich denke, dass die Dinge, die passieren sollen auch passieren. Vielleicht ist JETZT nicht der richtige Zeitpunkt, aber SPÄTER, in ein, zwei Jahren, mit mehr Lebenserfahrung, mehr Wissen, mehr Reife. Selbstständigkeit wäre auch nichts für mich, nicht wegen der finanziellen Unsicherheit, sondern weil ich (Stand heute) überhaupt nicht wüsste, wie ich mich strukturieren könnte/sollte/müsste. Planen kann ich, organisieren kann ich, aber bei so was habe ich echt keinen Plan :D

    Liebste Grüße
    Elisa

    pinkelley.blogspot.de

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  2. Danke für Deinen lieben Kommentar,Elisa:)

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  3. Ich kenne diese Überlegungen und Träume sehr gut und ich denke, dass man seinen Traum nicht einfach so verwerfen sollte :-)
    Klar, jetzt ist es vielleicht zu früh, aber wieso nicht später wenn man mehr Erfahrung hat? Ich denke sogar, dass ein Studium einem für die Selbständigkeit helfen kann und wieso dann nicht vielleicht nebenbei in der gewünschten Branche jobben?

    Ich denke, dass du deinen Weg noch finden wirst, auch wenn es dauert. Auch ich mit 21 Jahren, Abi und kurz vor dem Abschluss meiner Ausbildung stehe oft noch da und frage mich, ob ich mich wirklich trauen soll mir mein Wunschstudium zu erfüllen und es wagen sollte oder nicht...

    lg Alex <3

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    1. Wie wahr! Das ist lieb:) Ich denke, solche Situationen sind ganz normal. Man arbeitet schließlich sein halbes Leben, es sollte also letztendlich ein Job sein, der einen wirklich erfüllt. Auch wenn das nicht immer so einfach ist...
      Ich wünsche Dir alles Gute!:)

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  4. Super schöner Post und toll, dass du deine Gedanken so offen teilst! Ich kenne das Gefühl, denn auch ich habe diese Schublade in meinem Kopf, die ab und zu geöffnet wird. Ich habe meinen Traum noch nicht aufgegeben, doch bevor ich ihn überhaupt in Betracht ziehen kann, muss noch einiges geschehen :) Du wirst dich auf jeden Fall für das Richtige entscheiden, da bin ich mir sicher und ich wünsche dir von Herzen alles Gute dafür! :)

    Liebste Grüße <3


    Sophicially

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    1. Klar, wen's stört, der braucht es ja auch nicht lesen:)
      Vielen Dank für Deinen Kommentar, hab mich sehr gefreut. Dir das Selbe!:)

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